Steuerrecht

Erbschaftsteuer auf dem Prüfstand

18.03.2026

Aktuell werden verschiedene Reformmodelle zur Erbschaftsteuer diskutiert, die voraussichtlich zu einer Verschärfung der Besteuerung führen würden. Für Erben und Vermögensübertragungen könnte sich die steuerliche Belastung also erhöhen.

Paper boat inside a glass bottle outdoors.

In politischen und wirtschaftlichen Fachkreisen werden insbesondere folgende Reformmodelle diskutiert:

Reduzierung von Steuervergünstigungen: Besonders für Betriebsvermögen und sogenannte „Family Offices“ sollen die bestehenden Freibeträge und Privilegien reduziert oder abgeschafft werden. Ziel ist eine umfassendere Gleichbehandlung von Privat- und Betriebsvermögen.

Anpassung der Freibeträge: Es gibt Forderungen, die persönlichen Freibeträge für entfernte Verwandte und Nichtverwandte zu senken. Dadurch könnte die Steuer für Schenkungen und Erbschaften in sogenannten „entfernteren Kreisen“ deutlich steigen.

Höhere Steuersätze: Teilweise werden auch höhere Steuersätze diskutiert, insbesondere für große Vermögen oder in den höheren Steuerklassen. Das würde die Belastung für die betroffenen Erben zusätzlich verschärfen.

Ein weiterer aktuell diskutierter Reformvorschlag bezieht sich auf die Einführung eines sogenannten „Lebensfreibetrags“. Dieses Modell sieht vor, dass jede Person im Laufe ihres Lebens für alle Erbschaften und Schenkungen insgesamt einen Freibetrag von einer Million Euro steuerfrei nutzen kann. Nach dessen Ausschöpfung würden weitere Vermögensübertragungen besteuert – unabhängig vom Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser.

Alle diese Modelle haben gemeinsam, dass sie einen Nachteil gegenüber dem bisherigen Status quo bedeuten: Die Steuerlast insgesamt würde steigen, Freibeträge könnten wegfallen oder sich reduzieren, und die Möglichkeiten der Steueroptimierung würden geringer.

Die aktuelle Diskussion zeigt, dass die Erbschaftsteuer in Zukunft restriktiver und kostspieliger werden könnte. Daher ist es ratsam, bestehende Vermögensstrukturen und Erbschaftsregelungen rechtzeitig zu überprüfen und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen zu treffen oder vorzubereiten. Ein frühzeitiges Handeln kann dazu beitragen, steuerliche Nachteile im Falle einer Reform zu vermeiden und Vermögen steuerneutral zu übertragen.

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